Grafing und seine Geschichte

Kelten, Römer und Bajuwaren

Die Bajuwaren

Auch wenn es seit der frühen Bronzezeit vereinzelte Siedlungen gegeben hat – eine dichtere Besiedlung der unmittelbaren Umgebung Grafings fand wohl erst in der ausgehenden Völkerwanderungszeit statt.

Nachdem sich die Römer Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. aus Germanien zurückgezogen hatten, entstand aus den im Land gebliebenen Römern, der keltischen Urbevölkerung und zugewanderten Germanen das Volk der Bajuwaren.

1953 hat man beim Ausbau der Siedlung im Deuschlgrund ein bajuwarisches Reihengräberfeld mit Gräbern aus dem späten 6. und 7. Jahrhundert entdeckt. 1969 wurde beim Aushub der Baugrube für einen Erweiterungstrakt der Hauptschule ein weiteres Gräberfeld entdeckt, das etwa 100 Jahre jünger ist als das im Deuschlgrund. Insgesamt wurden an die 60 Gräber nachgewiesen, die entsprechend den damaligen Begräbnissitten mit Gegenständen aus dem persönlichen Besitz der Toten ausgestattet wurden.

  Silbernes Körbchenohrringpaar (Seitenansicht und Aufsicht)
Grabfund aus Öxing
     
  Kinderarmband aus Glasperlen
Grabfund aus Öxing
Fotos: Anja Walz

Tauschiertes Gürtelglied aus einem bajuwarischen Grab, Bronze mit Silbereinlagen, 7. Jh. n. Chr., Grabfund aus Öxing

Tauschieren
Bei dieser Technik wird zunächst ein Muster in ein weniger wertvolles Metall graviert. In die Rillen der Gravur wird dann ein Silber-, Gold- oder Messingdraht eingelegt, der mit Hilfe eines Holzkeils in die Rillen gehämmert wird.

Mit dieser Technik wurden beispielsweise die Gürtelglieder verziert, die in den Öxinger Reihengräbern gefunden wurden.