Grafing und seine Geschichte

Grafing im Mittelalter

Der Ortsgründer

An der Stelle des heutigen Wildbräu-Gebäudes am Marktplatz soll Herzog Heinrich II. von Bayern (951-995), bekannt als "der Zänker", für seine Gemahlin Gisela, die Tochter König Konrads von Burgund, um das Jahr 973 ein Lustschloß erbaut haben. Der mit Heinrich und Gisela befreundete Bischof Abraham von Freising hatte hier Landbesitz und das Paar war öfter bei ihm zu Gast.

Herzog Heinrich machte sich allerdings unbeliebt bei Kaiser Otto III. und wurde in die Reichsacht genommen. Gisela mußte 976 mit ihren Kindern fliehen.

Der Ebersberger Graf Ulrich erwarb daraufhin im selben Jahr das Gut und schenkte es seiner Gemahlin Richardis. Wohl um nicht mehr an die frühere Besitzerin erinnert zu werden, soll Richardis es von "Giesling" in "Grafing" umbenannt haben.

links: das heutige Wildbräugebäude auf dem Grafinger Marktplatz

"Gisela fand so großen Gefallen an der Gegend des schönen Attelthales, daß sie hier einen Landsitz sich erbaute, und diesen nach ihrem Namen Giesling nannte. Dieß ist der Ursprung des heutigen Ortes Grafing"
(der Grafinger Chronist Lorenz Wagner in seiner "Chronik des königl. bay. Marktes Grafing" 1862)