Grafing und seine Geschichte

Grafing im Mittelalter

Grafing wird Markt

Im 13. Jahrhundert begannen die wittelsbachischen Herzöge akribisch Buch zu führen über ihre Güter und deren Erträge und Steuerabgaben. Dazu legten sie die sogenannten "Herzogsurbare" an, Wirtschaftsbücher, mit denen sie ihr Eigentum sichern wollten.

Im ersten dieser Urbare aus den Jahren 1231 - 1237 wird erwähnt, dass in Grafing ein herzogliches Urbaramt existierte, d.h. ein untergeordnetes Verwaltungszentrum. Daraus läßt sich auf eine gewisse Bedeutung des Ortes in jener Zeit schließen, und darauf, dass Grafing schon kein Dorf mehr war.

In dem zweiten Herzogsurbar von 1279 - 1284 wird Grafing dann auch bereits als "forum", als Markt bezeichnet, der gewisse wirtschaftliche Privilegien, z.B. Steuererleichterungen, genoss.

Im Mai 1376 verliehen die Herzöge Stephan und Johann Grafing das Marktrecht. Damit konnten die Grafinger jeden Samstag einen Wochenmarkt und zwei Jahrmärkte, nämlich am Katreinstag und am Mittwoch in der Osterwoche, abhalten. Diese Rechte mußte sich Grafing allerdings von jedem neuen Landesherren bestätigen lassen.

Urkunde über die Grafinger Marktrechtsverleihung aus dem Jahr 1376 (Quelle: Johann Hupfer: "Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Grafings Vergangenheit", Grafinger heimatkundliche Schriften, Heft 10)