Grafing und seine Geschichte

Grafing in der Neuzeit

Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Es war am Pfingstmontag des Jahres 1632, als die Schweden Grafing brandschatzten und dabei den ganzen Ort bis auf wenige Gebäude, die etwas außerhalb lagen, in Schutt und Asche legten.

In seiner "Chronik des königl. bay. Marktes Grafing" zitiert der Marktschreiber Lorenz Wagner das goldene Buch der Stadt:

"Anno 1632 als Gustavus Adolphus München occupieret und dessen Truppen nicht nur bis an den Innstrom, und gegen Tyroll sich Extendierte, sondern auch Aybling und Rosenheim geprandschätzet, und zu Ebersberg in denen Pfingst Ferien Unmenschliche Grausamkeiten ausgeübet hatten. So ist sich leicht vorzustöhlen, daß der Markht Gräfing, und umliegend Gegend nicht verschont geblieben. Was aber eigentlich solch letzteren Orths geschehen, ist zum Theill unbewußt, weillen jedermann von Hauß und Hof entloffen, aber auch der Markt, sammt den gefreyten Haus [Wildbräuhaus, Anm. des Verf.] abgeprunnen ist [...]"

Auch das Rathaus, das damals mitten auf dem Marktplatz gestanden hatte, brannte völlig nieder. Praktisch alle Zeugnisse aus dieser Zeit wurden dabei vernichtet.

Besonders wertvoll ist daher eine Grabplatte aus dem Jahr 1634, die 1997 in Aubing gefunden wurde. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um Georg Jäckhisch, Verwalter und Braumeister der Stadt Grafing.

Grafing brauchte lange, um sich von dieser Katastrophe zu erholen. 1642 wurde das Rathaus wieder aufgebaut und dabei an seine heutige Stelle verlegt.

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Grabplatte des Georg Jäckhisch von 1634, gefunden in München-Aubing
"Anno 1634 den 26 May ist Herr Georg Jäckhisch
Burger Maister zu Gräffing in Gott verschieden D.G.G.
(= Dem Gott Gnad)"
Die Grabplatte ist eine Dauerleihgabe der Kirchenverwaltung St. Quirin, München-Aubing