Grafing und seine Geschichte

50 Jahre Stadt Grafing – das ist mehr als ein halbes Menschenleben. Viele von uns waren 1953 noch gar nicht auf der Welt oder noch zu klein, um sich an dieses Ereignis zu erinnern. Aber der Ort Grafing ist natürlich viel älter.

Bereits in der frühen Bronzezeit (2. Jahrtausend v. Chr.) gab es auf dem Schloßberg eine Siedlung. Im 1. Jahrtausend v. Chr. siedelten die Kelten in Bayern und errichteten südlich von Grafing die immer noch geheimnisvolle Keltenschanze. Eine Römer- und eine Salzstraße führten nahe an Grafing vorbei und banden unsere Gegend in die damals regen Handelsbeziehungen zwischen den Völkern ein. Eine dichte Besiedelung war die Folge. Reihengräberfunde aus der Bajuwarenzeit in Öxing lassen vermuten, dass spätestens im frühen Mittelalter bereits eine Siedlung an diesem Ort bestand.

Die Gründungssage erzählt, dass Herzog Heinrich II., der "Zänker", für seine Frau Gisela in Grafing ein Lustschloss (nämlich das heutige Wildbräugebäude am Marktplatz) erbauen ließ, weil ihr die Gegend so gefiel. Das soll um das Jahr 973 gewesen sein.

Datierbare schriftliche Dokumente, die den Namen "Grafing" bzw. "Öxing" erwähnen, gibt es allerdings erst im 9. (für Öxing) und im 12. Jahrhundert (für Grafing). Es handelt sich dabei um Schenkungsurkunden an das Kloster Ebersberg, in dessen Besitz sich ein Großteil der Gegend damals befand. 1376 wurde Grafing durch die bayerischen Herzöge dann das Marktrecht verliehen. Fast 600 Jahre Markt also - ein weiter Weg bis zur Stadternennung 1953!

Im Zuge der Neukonzeption des Museums werden mehrere Räume im Rückgebäude der wechselvollen Grafinger Geschichte gewidmet sein.