Kunst und Künstler

Max Wagenbauer, 1775-1829


Der bekannte Tier- und Landschaftsmaler der Münchner Schule Max Joseph Wagenbauer ist seit Jahrzehnten das Aushängeschild Grafings.

Er stammte aus einer kinderreichen Beamtenfamilie. Sein Vater war Marktschreiber in Grafing und Hofmarksverwalter von Ölkofen. Geboren wurde Wagenbauer im Grafinger Rathaus, wo heute ein große Steintafel im ersten Obergeschoß an den Künstler erinnert.

Allerdings verbrachte Wagenbauer nur seine ersten Lebensjahre in Grafing. Nach Gymnasium und Kunststudium in München bereiste er nahezu den ganzen südbayerischen Raum. Von diesen Wanderungen und Reisen stammen die vielen Zeichnungen, Aquarelle, Ölbilder und Skizzen mit Landschafts- und Tierdarstellungen.

Das aufkeimende vaterländische Bewußtsein im frühen 19. Jahrhundert und das wachsende Interesse an der eigenen Heimat bedingten eine zunehmende Nachfrage nach heimatbezogenen Landschaftsbildern. Hauptabnehmer und Auftraggeber waren vor allem der aufgeklärte Adel und das gehobene Bürgertum.

Da Wagenbauer seinen Lebensmittelpunkt nicht in Grafing hatte, hat leider keines seiner Bilder die Gegend um Grafing zum Gegenstand.

Wagenbauer, Stallinneres
Stallinneres, 1812/1816, Öl auf Holz



Ab Mitte des ersten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts wurde die Tiermalerei in Öl zum neuen Hauptaufgabengebiet Wagenbauers. Seine Bilder knüpften an die Tradition der damals so beliebten niederländischen Tiermaler des 17. Jahrhunderts an, lösten sich aber nach und nach von den Vorbildern, um ein eigenes bayrisches Gepräge zu entwickeln.

Mit diesen Bildern wurde Wagenbauer zu seiner Zeit bekannt. Heute wird er jedoch mehr wegen seiner innovativen Landschaftsaquarelle geschätzt.

Das Leben des damals weit über die Grenzen Bayerns bekannten Künstlers endete völlig unerwartet. Er verstarb, vermutlich an Typhus, knapp 54-jährig im Jahr 1829. Sein Grab befindet sich auf dem Münchner Südfriedhof.

Das Museum der Stadt Grafing besitzt drei Ölgemälde von seiner Hand und über 40, zum Teil kolorierte Lithographien, weiterhin einige Aquarelle und Bleistiftskizzen sowie drei Urkunden (Aufnahme in die Akademie der Künste von Berlin, Hanau und München).

Im Jahr 2000, zum 225. Geburtsjubiläum Wagenbauers, wurde der in Grafing lebende und arbeitende Bildhauer Fritz Brosig beauftragt, einen Messingkopf zu gestalten. Dieser nimmt nun eine zentrale Stellung innerhalb der Ausstellung "Max Joseph Wagenbauer" ein.

Sie finden Wagenbauers Werke im Obergeschoß des Rieperdinger Hauses.

Quelle:
Katalog zur Wagenbauer-Ausstellung 2000 des Heimatmuseums Grafing (Verlag Lutz Garnies, Haar)

 

Wagenbauer-Büste
Max Joseph Wagenbauer
Messingbüste von Fritz Brosig,
Grafing (2000)

Wagenbauer, Nadelbäume
Nadelbäume, 1819
kolorierte Lithographie



Wagenbauers Tier- und Landschaftslithographien sowie seine Vorlagenwerke für Landschaftszeichner zählen zu den ersten großen Leistungen auf dem Gebiet der litho-graphischen Kunst. In seinem Fach gehörte Wagenbauer zu den bedeutendsten Münchner Künstlerlithographen seiner Zeit.

Aufnahmeurkunde von 1824
Aufnahmeurkunde Wagenbauers als Ehrenmitglied in die "Königlich-Baierische Akademie der Bildenden Künste", München, 16. Februar 1824.