Sonderausstellungen

Spurensuche:
Johanna Schmidt-Grohe

Bildhauerin und Rundfunkjournalistin (1924-2009)
9. Mai 2010 - 12. September 2010

Am 31. Mai 2009 starb in München die weithin bekannte und beliebte Rundfunkjournalistin Johanna Schmidt-Grohe. Damit endete ein schaffensvolles Leben, das über Jahrzehnte geprägt war von erfolgreicher und vielfach ausgezeichneter journalistischer Arbeit, der eine hoffnungsfrohe und mit dem Grafinger Raum eng verbundene, doch dann abrupt endende Laufbahn als Bildhauerin vorangegangen war. Ein Gutteil des Nachlasses der Verstorbenen fiel an die Stadt Grafing und wird nunmehr von Archiv und Museum der Stadt Grafing gemeinsam mit Leihgaben aus dem Historischen Archiv des Bayerischen Rundfunks sowie aus Privathänden in dieser Sonderausstellung der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Wer war nun aber die derart Gewürdigte? - Johanna Schmidt-Grohe wurde 1924 in München geboren. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, das sie früh mit Kunst und Kultur, Malerei und Musik vertraut machte. Schon während ihrer Schulzeit entdeckte sie ihre große Leidenschaft für das Zeichnen und Malen. 1941 trat sie in die Münchner Luisenschule ein, wo sie das Kunsthandwerk der Holzbildhauerei erlernte und 1944 die Gesellenprüfung ablegte. In den Folgejahren betätigte sich Johanna Schmidt-Grohe, die 1943 zu ihren Großeltern nach Grafing gezogen war, als freiberufliche Bildhauerin. In dieser Zeit entstand unter anderem eine neue Weihnachtskrippe für die Grafinger Pfarrkirche Sankt Ägidius, wobei für die Figuren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Grafing Modell standen. Ab 1951 arbeitete Johanna Schmidt-Grohe als freie Mitarbeiterin beim Bayerischen Rundfunk. Hier wirkte sie insbesondere für den Schul- und Frauen- / Familienfunk, für die Redaktion München, die Bayern-Abteilung und die Sparte Kultur. Ihr letzter Beitrag wurde 2008 gesendet. Im darauffolgenden Jahr starb Johanna Schmidt-Grohe in ihrer Geburtsstadt.

Die Sonderausstellung, die mit einem umfangreichen Begleitprogramm an Schauvorführungen, Zeitzeugengesprächen und Rundgängen verbunden ist, wird am 9. Mai um 15 Uhr mit einer Einführung des ehemaligen Leiters der Handwerkspflege in Bayern, Peter Nickl, eröffnet. Sie hat eine Laufzeit bis zum 12. September 2010 und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Grafinger Museums, donnerstags 18-20 Uhr, sonntags 14-16 Uhr, sowie nach Vereinbarung zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter freuen sich auf einen regen Besuch.

Das in Eiche gearbeitete Bildwerk "Kämpfende Hengste" - ein herausragendes Objekt der Sonderausstellung
rechts: Szene aus der Grafinger Weihnachtskrippe.
(Stadtmuseum Grafing)



...und als anerkannte Rundfunkjournalistin ca. 2007 (Stadtmuseum Grafing; Bayerischer Rundfunk)



VERANSTALTUNGEN
"Johanna Schmidt-Grohe als Rundfunkjournalistin - Annäherungen an eine Persönlichkeit"

Die BR-Mitarbeiter Christoph Lindenmeyer und Carmen Winklmüller, beide München, präsentieren und kommentieren ein Interview mit ihrer vormaligen Kollegin.

Donnerstag, 15. Juli
19.30 Uhr im Museum der Stadt Grafing